Autor: Daniel

Woran ich gerade so arbeite

Auf der einen Seite will ich nicht zu viel verraten, auf der anderen Seite nicht den Eindruck erwecken, ich sei untätig. Während der Arbeit lasse ich niemanden über meine Schulter schauen und hüte meine Projekte wie Geheimnisse, von denen manchmal nur die mir vertrautesten Menschen erfahren, wenn mir danach ist. Bis ein Projekt meinen eigenen Ansprüchen genügt, lasse ich niemanden hineinschauen. Das ging so weit, dass ich regelrecht verleugnete überhaupt zu schreiben. Es war mir nicht unangenehm, ich hatte nur kein Bewusstsein dafür, dass es irgendwen interessieren könnte oder war selber der Ansicht, dass dies meine „Privatsache“ sei. Insofern ist diese Seite für mich ein großer Schritt vor die Haustür. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich es nicht gewohnt bin für jemanden zu schreiben. Ich habe immer nur für mich geschrieben. War ein Text fertiggestellt, ließ ich ihn eine Weile liegen, um ihn dann wieder zu vernichten. Erst seit zehn Jahren hatte bei mir durch ein Einwirken von außen ein Umdenken eingesetzt und ich fing an meine Texte auch sporadisch zu archivieren. Somit gibt es …

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Und dann war es still

Seit dem vergangenen Dienstag überschattete der Absturz des Flugs 4U 9525 alles. Zwei Tage lang kann man fast davon sprechen, dass es keine andere Berichterstattung gab, als über den Absturz. Jeder konnte sich ausführlich darüber informieren lassen, was geschehen ist, wo es geschehen ist, wie es vielleicht geschehen ist, wer betroffen ist, wer betroffen zu sein hat und wer aus Politik und Prominenz sich betroffen zeigte. Jeder durfte davon Zeuge werden, auch wenn er gar nicht wollte. Warum? Nein, nicht warum dieses Unglück sich ereignet hat. Darauf kann kein Gott eine endgültige Antwort finden. Warum habt ihr das getan und warum macht ihr das? Diese Frage ist an alle beteiligten Medienvertreter gerichtet. Euren Auftrag die Öffentlichkeit über das Unglück zu informieren wäre Genüge getan gewesen, hättet ihr in kurzen Berichten erwähnt, dass der Flug von Barcelona nach Düsseldorf über die Alpen abgestürzt ist, wie viele Opfer es wohl gegeben haben könnte, dann hätten noch ein paar Politiker meinetwegen ihrer immerzu fragwürdigen Betroffenheit kurz vor den Kameras Ausdruck verleihen dürfen und das wäre es gewesen; der …

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Der Bücherturm

In einer Bibliothek   geht ein Mann auf einen anderen zu und meint: »Hallo allerseits, was treiben Sie denn da für einen Unfug ?« Der Mann hat nicht umsonst gefragt, denn der andere Mann baut gerade mit Hilfe von Lexiken einen Turm. »Wieso Unfug?« Beide Männer starren sich verdutzt an. Der etwas verwirrte Mann meint: »Selbstverständlich ist es Unfug als erwachsener Mann noch einen solchen Blödsinn zu machen. Sehen Sie sich doch an: Sitzen hier und stapeln Bücher.« Der verspielte Mann erwidert gelassen-ruhig: » Ja, das kann schon sein, aber was stört es Sie, wenn ich Bücher staple?« »Wieso mich das stört?, das fragen sie seltsamer Vogel noch? Ich störe mich an alles und jeden, und Bücher enthalten Wissen, das Sie lesen sollten und sind nicht dazu da, damit sie Türme daraus stapeln können.« Der andere Mann hat anscheinend jedes Wort gehört, aber stapelt ohne den bereits wütenden Mann zu betrachten weiter. Er stapelt immer schneller und mit immer mehr Freude die Bücher übereinander. Bald fängt der Turm an zu wackeln und der wütende Mann wird …

Und doch allein

Menschenmassen um mich ragen, Fließen den Hang hinunter, treiben um mich an die Tausend Plagen, Senke den Kopf herunter, Schmerzen, Ängste unüberwunden, Stille Schreie, die verstummen, Nenne mir nur einen Namen, Von den Wesen, die um mich traben, Ich wär glücklich, Eine weiße Maske gewinnt ein Gesicht, Von dem die weiße Farbe bricht, Schrecklich, Wen interessiert’s ob ich lache oder wein? Mach dir nichts vor Mensch, Von Menschenmassen umgeben und doch allein.

Verstehst du das?

Wolken ziehn dahin schaust du ihnen nach? Winde wehen fort nehmen sie dich mit? Regen regnet nieder wäscht er dich rein? Und all der Dreck will nicht runter bleibt an dir kleben Vor dir steht ein nasser Spiegel zerbrochenes Glas Liebe heißt weinen Himmel im Herzen Hölle im Kopf Atemzug Alles fließt verstehst du? wolken werden schwarz kannst du noch sehen? Winde zum sturm kannst du noch stehen? Regen mischt zu rot was hast du getan? und all das rot wird sichtbar salz und tränen Spiegel, wo ist mein gesicht? blutiges Glas Liebe heißt hassen Hölle im Herzen Himmel im Kopf Atemzug Alles fließt Verstehst du? Weiter weiter weiter immer weiter lächle, lache laut tränen tarnen sich heiter heiter heiter immer heiter schweige, lausch dem Lügner ein langer stummer Schrei weiter weiter weiter immer weiter bis zum schluss wo war der Anfang? Leben heißt Schmerz Tränen vor Freude Licht im Schatten Himmel im Traum Hölle auf Erden Angst/besiegen Mut zu Lieben Atemzug Alles fließt Was verstehst du? wolken lösen sich das Licht in deinen Augen …